Feuerwehr- und Stadtkapelle zog alle Register ihres Könnens in der Eckenberghalle / Auftakt durch die Jugendkapelle

Mit brillantem Klang Zuhörer begeistert

 
In einem bunten und abwechslungsreichen Programm präsentierten Miniorchester, Jugendkapelle sowie Feuerwehr- und Stadtkapelle am Samstagabend in der Eckenberghalle im Rahmen ihres Jahreskonzertes ihr breitgefächertes Repertoire. Die Stücke reichten vom klassischen Marsch über bekannte Filmmelodien bis hin zum einfühlsamen Medley. Das Publikum war begeistert. (Bild: Jürgen Häfner)

 

Breitgefächert war das musikalische Repertoire beim Jahreskonzert der Feuerwehr- und Stadtkapelle unter Leitung von Dirigentin Isabel González Villar, das in der Eckenberghalle stattfand.

Adelsheim. Die Stücke beim Jahreskonzert der Feuerwehr- und Stadtkapelle reichten vom klassischen Marsch über bekannte Filmmelodien bis hin zum einfühlsamen Medley.

Jugendkapelle mit von der Partie

Auch dieses Jahr wurde das Konzert von der Jugendkapelle unter der Leitung von Anne Bangert sowie dem Miniorchester der Elementarschüler unter Leitung von Catrin Schäfer und Christian Simonides mitgestaltet. Die intensive Probenarbeit in der Konzertvorbereitung brachte die drei Kapellen in den letzten Wochen zu Höchstleistungen.

Ergänzt und im wahrsten Sinne des Wortes untermalt wurde das Konzert von Schülern der Martin von Adelsheim-Schule, die mit ihrer Lehrerin im Fach Kunst zu zwei Konzertstücken Bilder gemalt haben. Die Schüler haben sich zwei Konzertstücke im Unterricht angehört und zu verschiedenen Passagen überlegt und besprochen, welche Muster und Farben dazu passen, Anschließend versuchten sie, deren Charakter ausdrücken. Die Bilder wurden im Zuge des Konzerts ausgestellt.

Eröffnet wurde das Konzert von der Stadtkapelle mit der „Appalachian Overture“ von James Barnes. Dieses kraftvolle Stück gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Blasorchester-Kompositionen der letzten Jahre. Es ist programmatisch angelegt und enthält zahlreiche Melodien, deren Ursprung man in der Folklore suchen würde, die jedoch allesamt Eigenkreationen von James Barnes sind. Das Werk verfügt über schön spielbare Solopassagen und die Partitur war sorgfältig instrumentiert. Der Mittelteil erinnerte an die Art von Folklore, die im Südosten Amerikas üblich ist, wo die Appalachian Mountains liegen. „Appalachian Overture“ war ein sehr kraftvolles und freudiges Werk. Der langsamere Mittelteil erlaubte dem Zuhörer einen kurzen Moment der Erholung, bevor das energische Da Capo und der dramatische Schlussteil das Werk mit brillantem Klang zum Abschluss brachten.

Weiter ging es mit dem Miniorchester mit „Look through my eyes“. Der Titelsong aus dem Walt Disney Film „Bärenbrüder“, geschrieben und gesungen von Phil Collins, wurde von Eric Osterling zu diesem tollen, einfachen Arrangement für junge Musiker bearbeitet. Beim nächsten Stück, „Cups“ bekamen die Gäste nicht nur einen folkigen Song zu hören, sondern auch zu sehen, denn das Miniorchester wurde unterstützt von einer kreativen Percussion-Einlage mit Bechern (Cups).

Auftakt mit „Jurassic Park“

Den Auftakt bei der Jugendkapelle bildete das Hauptthema aus dem Film-Hit „Jurassic Park“ vom Meister der Filmmusik John Williams. Die unverkennbare Melodie bewegte sich durch eine Vielzahl harmonischer und struktureller Veränderungen. Johnnie Vinson hat die Spannung des Originals in seine Bearbeitung für Blasorchester übertragen.

Nicht weniger spannend ging es weiter mit „The Legende of Amber Room“ von Michael Geisler. Das Stück erzählte die Geschichte des Bernsteinzimmers, einem Raum mit Wandverkleidungen aus Bernsteinelementen, das im Berliner Stadtschloss eingebaut worden war. Im Jahr 1716 wurde es an den russischen Zaren Peter den Großen verschenkt. 1942 wurde es im Königsberger Schloss ausgestellt und seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gilt es als verschollen.

Mit „Shackleford Banks“ von Jay Bocook entführte die Jugendkapelle die Besucher auf eine unbewohnte Insel vor der Küste von North Carolina, wo wilde Pferde frei umherlaufen. Die Musik war stark von Westernklängen beeinflusst. Am ruhigen Beginn erklang ein kurzes Flötensolo, bevor die Trompeten mit dem recht robusten Hauptthema einsetzten. Eine Vielzahl an Stimmungen und verschiedenen Themen machte diese Komposition für Musiker und Zuhörer gleichermaßen spannend.

Natürlich durfte auch beim hochkarätigen Vortrag der Jugend eine Zugabe nicht fehlen und hierzu holte man sich zur Verstärkung die Stadtkapelle auf die Bühne. Mit einem unbeschreiblichen Klangvolumen und großer Begeisterung spielten beide Kapellen dann gemeinsam ein Glenn-Miller-Medley, das den Besuchern gleich ins Ohr ging und wahre Begeisterungsstürme weckte.

Die Stadtkapelle eröffnete ihren musikalischen Reigen mit „Conquest of paradise“ von Vangelis, bekannt aus dem gleichnamigen Film mit Gerard Depardieu über Christopher Columbus und die Entdeckung Amerikas 1492. Den Inhalt dieses Stückes bildete die Eroberung des Paradieses. Die Reise startete von Spanien aus bis nach Amerika. Mit einem prächtigen und pompösen Schluss endete das Stück, das eine abenteuerliche Schiffspassage über den Atlantik beschrieb.

Die folgende Komposition „Three Times Blood“ basierte auf drei Bildern des Ebenseer Malers Stefan Feuchtner. Dieses dreisätzige Werk schrieb Fritz Neuböck, die drei Teile waren identisch mit den Bildtiteln: „Eisblut“, „Erdenblut“ und „Sonnenblut“, wobei sich die Zuhörer von den Bildern der Schüler der Klassen drei und fünf inspirieren lassen konnten.

Das Stück „Nerva“, welches 1933 von Manuel Rojas komponiert wurde, ist eine der am häufigsten gespielten Melodien bei den spanischen Stierkämpfen. Das Stück erzählt die Geschichte eines spanischen Torero, der an diesem Tag mit dem Stierkampf aufhören wollte. Nachdem er den Stier getötet hatte, wurde der Paso Doble von dem in der Arena befindlichen Blasorchester gespielt und der Torero so verabschiedet.

Romantische Tradition

Mit dem Stück „Silva Nigra“ führte die Reise in den Schwarzwald. Der deutsche Komponist Markus Götz knüpfte mit seinem Werk „Silva Nigra“, was aus dem Lateinischen übersetzt nichts anderes als Schwarzwald bedeutet, an die spätromantischen Traditionen der Komponisten Richard Strauß und Gustav Mahler an, die sich mit der Programmmusik auseinandersetzten.

Programmmusik sieht es vor, dass durch eine Komposition bestimmte Vorstellungen von Bildern und Geschichten bei den Zuhörern hervorgerufen werden sollen. Durch das Ruf-Motiv der Waldhörner, welches später von den Trompeten übernommen wurde, und das Hauptthema der gesamten Komposition bildete, begannen nicht nur die Tiere wieder zu erwachen, sondern auch der Tag.

Im weiteren Verlauf wurden volkstümliche Elemente aufgegriffen und in Kontrast zu gregorianischen Chorälen gesetzt.

Es gab Naturgeräusche zu hören, bei denen natürlich der berühmte Schwarzwaldkuckuck nicht fehlen durfte.

Die nächste Station der musikalischen Reise war der Orient mit dem Stück „Auf einem persischen Markt“. Die Kapelle schaffte es bei dem Stück, den Zuhörern die Bilder über das Treiben auf dem persischen Markt vor Augen zu führen.

Dann folgten Hits von „Santana“. Der italienische Komponist Giancarlo Gazzani fasste in seinem Werk dessen größte Hits zu einem klangvollen Medley zusammen. Das folgende Medley bestand aus vier Teilen: In „Oye como va“ wurde das Befinden des Menschen behandelt. „Oye como va“ heißt übersetzt nichts anderes als „Na, wie geht’s?“. Weitere Teile bildeten „Europa“, „Smooth“ und „Flord d´ luna“, wobei Anne Bangert am Saxophon das Solo übernahm.

Das letzte Stück der musikalischen Weltreise führte nach Südamerika mit „Cordilleras de los Andes“. Das Stück wurde von Arie Malando komponiert. Das umgeschriebene Arrangement von Kees Vlak basierte auf typischen Kennzeichen der ursprünglichen südamerikanischen Musik. So trafen Tangorhythmen auf exotische Schlaginstrumente. Das Thema dieses Stückes bildeten die Cordilleras, eine südamerikanische Gebirgskette.

Musikalische Reise

Die musikalische Reise begann in Ecuador, auf dem Cotopaxi, einem der höchsten, noch aktiven Vulkane der Erde. Dann ging es weiter zum höchsten Punkt der Cordillera, dem Berg Illimani in Bolivien. Abschließend beendete die Kapelle ihre Entdeckungen auf dem Gipfel des Vulkans Coropuna in Peru.

Auch bei der Stadtkapelle durfte eine Zugabe nicht fehlen und hier begeisterten die Musiker zum krönenden Abschluss mit dem „Radetzky Marsch“ von Johann Strauß (Vater), mit dem auch die Wiener Philharmoniker traditionell ihr Neujahrskonzert beenden.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 04.12.2018 jüh