Schloss-Serenade in Adelsheim: Feuerwehr- und Stadtkapelle unter der Leitung von Steffen Siegert nahm die Zuhörer mit / Open-Air-Konzert im Schlossgraben

Musikalische Reise durch die Republik

Auf eine musikalische Reise quer durch Deutschland begab sich die Feuerwehr- und Stadtkapelle unter Leitung von Steffen Siegert am Samstag bei ihrer Schloss-Serenade.

 

Zu einer musikalischen Reise quer durch Deutschland lud die Adelsheimer Feuerwehr- und Stadtkapelle unter dem Motto "Deutschlandbilder - 25 Jahre Wiedervereinigung" am Samstagabend ins Unterschloss zur Schloss-Serenade ein.

Adelsheim. Hier wurden Landschaften, Liedgut und Traditionen, aber auch bekannte Orte und Persönlichkeiten vorgestellt. Die einstudierten Musikstücke waren eine Auswahl teilweise sehr bekannter, teilweise aber auch völlig unbekannter Melodien. "Deutschlandbilder - 25 Jahre Wiedervereinigung" lautete das Motto des Open-Air-Konzertes, das vor der traumhaften Kulisse des Unterschlosses im vollbesetzten Schlosshof stattfand.Gleichzeitig war das Konzert aber auch eine Hommage an die Kunstausstellung "Adelsheim leuchtet", die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Eröffnet wurde der Konzertabend traditionell mit einem klassischen Marsch, dem "Bürgermeistermarsch" von Gerhard Hafner. Spontan erklärte sich das Stadtoberhaupt Klaus Gramlich bereit, den Marsch zu dirigieren und bewies hierbei sehr viel musikalisches Einfühlungsvermögen.

Auftakt zur Deutschlandreise

Dann begann die Deutschlandreise in Rügen mit dem Stück "Kap Arkona" von Alfred Bösendorfer. Die Komposition zeichnete ein farbenfrohes Bild von Deutschlands Nordkap auf der Insel Rügen. Der musikalische Ausflug lud ein in die abwechslungsreiche Geschichte von Deutschlands größter Insel. Weiter führte die Reise nach Berlin mit dem von Fritz Neuböck arrangierten "Checkpoint". Das Stück wurde einst komponiert für einen Jugend-Blasorchester-Wettbewerb. Der Titel "Checkpoint" verdeutlichte die Situation der Musiker, die an einem Blasorchester-Wettbewerb teilnehmen. Der gefühlvolle Mittelteil mit einem Trompetensolo zeigte die sensible und manchmal auch nachdenkliche Seite der Musiker. Für einen internationalen Leistungsvergleich komponierte Hans Hütten die "Sorbische Tänze aus der Lausitz". Hierin beschreibt er das Volk der Sorben in der Lausitz an der polnischen Grenze, die ihre eigene Sprache sowie ihre reichhaltige Kultur, vor allem auf musikalischem Gebiet, bis heute bewahren. Weiter führte die musikalische Reise nach Rudolfstadt mit dem wohl populärsten und am häufigsten gespielten Konzertmarsch Deutschlands: "Hoch Heidecksburg" von Rudolf Herzer. Dieser wurde 1912 komponiert und nach dem Schloss Heidecksburg wo Herzers Verband, das Infanterieregiment 96, stationiert war, benannt. Hildesheim war eine weitere Station der Deutschlandreise. Hier entstand das Medley "Scenes about German Folk Songs" für sinfonisches Blasorchester von Walter Ratzek. Das Volksliedermedley ist nicht zum Mitsingen gedacht, viel mehr wird hier altes deutsches Liedgut durch extravagante Harmonisierung und Instrumentierung neu in Szene gesetzt. In ganz neuem Klangkostüm präsentierten sich "Freut Euch des Lebens", "Auf der schwäb'schen Eisenbahne", "Horch' was kommt von draußen rein" und viele andere mehr.

Letzte Station im Schwarzwald

Die letzte Station der Reise war St. Märgen im Schwarzwald. Hier entstand die Komposition "Silva Nigra" von Markus Götz. Der Komponist wurde gebeten, in seiner Komposition Bezüge zum Schwarzwald herzustellen. Ein musikalischer Bilderbogen sollte die Region um St. Märgen musikalisch in Szene setzen. Götz komponierte das Thema von "Silva Nigra", das sich während des gesamten Stückes quer durch alle Register wiederholte. Natürlich durfte hierbei auch das Schwarzwälder Wappentier, der Kuckuck, nicht fehlen. Nach dem über einstündigen Konzert forderten die Besucher unter frenetischem Beifall noch eine Zugabe. Hier erinnerte die Kapelle noch einmal an den unvergessenen und erst kürzlich verstorbenen österreichischen Liedermacher und Sänger Udo Jürgens. Ein abschließender Dank galt dem Schlossherren Louis von Adelsheim, der wieder einmal seine Bühne im Schlossgraben für diesen wundervollen Konzertabend zur Verfügung stellte.

Nach dem Konzert nutzten die zahlreichen Konzertbesucher, die Gelegenheit, die Ausstellung "Adelsheim leuchtet - im Zentrum der Welt" zu besuchen, die noch bis zum kommenden Wochenende, jeweils freitags und samstags ab 22 Uhr zu sehen ist. eve

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 28.07.2015