Feuerwehr- und Stadtkapelle Adelsheim: Jahreskonzert unter dem Motto „Volksmusik – The Sound of Zuhause, Teil II“

Heiße Rhythmen und rasante Tänze

"Volksmusik - The Sound of Zuhause, Teil II" lautete das Motto des Jahreskonzertes der Feuerwehr- und Stadtkapelle am Samstag in der voll besetzten Eckenberghalle.

Adelsheim. Die Kapelle nahm die Zuhörer mit Musik unterschiedlicher Stilrichtungen auf eine Reise um die Welt. Das Konzert verstand sich thematisch als Fortsetzung zur Serenade, die im Sommer stattfand und mit Polkas diverser Musikrichtungen und Konzertmärschen im Bereich der traditionellen Blasmusik angesiedelt war.

Zweieinhalb Stunden Musik

Nach der Begrüßung durch Gerhard Pauly eröffnete das Miniorchester unter Leitung von Anne Bangert, in diesem Jahr unterstützt von der Jugendkapelle, mit der "Liturgical Fanfare" von Robert W. Smith den rund zweieinhalbstündigen Konzertabend.

Der Rhythmus ging schnell ins Ohr und man konnte das volle Spektrum der dynamischen Kontraste erleben. Als nächstes folgte "Theme from Transformers" von Steve Jablonsky, ein kraftvoller Soundtrack zum gleichnamigen Film.

Einen exzellenten ersten Eindruck machte die Jugendkapelle unter Leitung von Markus Kalbantner mit dem "Heritage March" von Steve Hodges. Nach der Einleitung gab die kleine Trommel das Tempo vor und die Klarinetten intonierten das erste Motiv der Komposition, worauf die Melodien des Marsches durch die verschiedenen Register gereicht wurden. Die Sechzehntelmotive erforderten besonders bei den Holzblasinstrumenten viel Probenfleiß.

Beim nächsten Stück "Brass in Concert" standen die Soli von Daniel Simonides (Trompete) und Linus Büttner (Posaune) in symphonischem Popsound im Mittelpunkt. Die geschmeidige Jazz-Kantilene des Solo über dem orchestralen Klangteppich prägte sich bei Musikern und Publikum sofort ein und machte diese Komposition zu einem außergewöhnlichen Stück. In die frühen 1970er Jahre entführte die Kapelle ihre Zuhörer mit "El Bimbo", dem One-Hit-Wonder der französischen Euro Disco Band "Bimbo Jet". Mit "Counterbalance" von Todd Stalter verabschiedete sich die Jugendkapelle.

 

Heitere Komposition

Nach dem Dank der Jungmusiker an Dirigent Markus Kalbantner folgte noch eine Zugabe mit dem Miniorchester, bevor die Stadtkapelle unter Leitung von Steffen Siegert die Zuhörer mit "African Symphony" auf den schwarzen Kontinent entführte. Die heitere, lebendige Komposition des amerikanischen Sängers, Pianisten, Komponisten und Produzenten Van McCoy eignete sich hervorragend als Eröffnungsstück. Dann folgten die "Variationen über ein koreanisches Volkslied" des Amerikaners John Barnes.

Die einfache Melodie ertönte zu Beginn unbegleitet in den Klarinetten und wurde gleich von den anderen Registern wiederholt. Es folgten fünf Variationen, die den fernöstlichen Charakter der Melodie beibehielten und zu einem brausenden Schluss führten.

"Ross Roy" lautete nicht nur der Titel des nächsten Werkes, "Ross Roy" ist der Name einer monumentalen Villa in Brisbane, Australien, in der 1945 das St. Peter Lutheran College gegründet wurde. Im Auftrag dieses Schulorchesters komponierte Jacob de Haan dieses Konzertwerk, das voll von Metaphern ist. Die Struktur und Disziplin dieser Schule war in der mit Tonwiederholungen gepaarten rhythmischen Bewegung des Bassregisters und des Schlagwerks zu hören. Das folgende Thema stand als Symbol für das Durchlaufen der Klassen bis zum Ende der Schulzeit. Eine scherzhafte, humoristische Version des Hauptthemas durfte nicht fehlen. Das charakteristische Schlussthema mündete in einen festlichen Höhepunkt.

Heiße Rhythmen gab es bei "Danzas Cubanas von Robert Sheldon. Das Stück bestand aus drei tanzähnlichen Sätzen, in denen die Freude und Energie der Inselbewohner deutlich wurde. Conga-Rhythmen eröffneten das Werk, gefolgt von einem verführerischen Salsa.

Mitreißender Abschluss

Den Abschluss bildete ein mitreißender Mambo. Das Werk beinhaltete Solopassagen für Klavier, Posaune, Flöte und Trompete. Weiter ging es in die Ukraine mit der "Ukrainian Rhapsody" von Franco Cesarini. Das Werk bestand aus drei Sätzen. Der erste Satz im moderaten Tempo ging ohne Pause in einen langsamen und ausdrucksstarken zweiten Satz über, der zu einem kraftvollen Höhepunkt hinführte. Die Komposition endete schließlich mit einem rasanten Tanz, dem Gopak. Noch einmal flotte Rhythmen gab es beim "Jackson 5 Medley". Der japanische Arrangeur Takashi Hoshide wählte dafür die eingängigen Songs "I'll Be There", "I Want You Back", "ABC" und "Never Can Say Goodbye". Den krönenden Abschluss des gelungenen Konzertabends bildete "Lord oft he Dance" von Frank Bernaerts.

Die weltweit erfolgreichste Tanzshow mit ihrem Ausnahmetänzer Michael Flatley begeisterte ein Millionen-Publikum mit einer Mischung aus rasanter Beinarbeit, Step-Bewegungen, schnellen Scherensprüngen und Hackenklicks. Frank Bernaerts hat die Höhepunkte ("Cry of the Celts", "Victory", "Lord of the Dance") in ein packendes Arrangement für Blasorchester gesetzt. Natürlich durfte auch die Stadtkapelle nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne gehen. jüh

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 06.12.2016