Musikfest der Feuerwehr- und Stadtkapelle - Die Schloss-Serenade stand unter dem Motto "ASC - Adelsheim Song Contest"

Blasmusik am laufenden Band geboten

Nachdem die Feuerwehr- und Stadtkapelle über viele Jahre hinweg ihr traditionelles "Seestadtfest" im Stadtgarten gefeiert hat, wurde dies nunmehr zum dreitägigen "Musikfest im Schlosshof".

Adelsheim. Eröffnet wurde das Festwochenende am Freitagabend mit der beliebten Schloss-Serenade im Schlossgraben. Diese stand unter dem Motto "ASC - Adelsheim Song Contest". Nachdem die Kapelle im Herbst an einem Wertungsspiel teilnehmen möchte, stellten sie sich bereits jetzt dem Publikum in Anlehnung an den "Eurovision Song Contest".

Um sich auf die Stress-Situation vor einer Fachjury bestmöglich vorzubereiten, fungierte das Publikum als Jury und bewertete die vorgetragenen Stücke. Die Stimmzettel wurden im Anschluss an das Konzert wieder abgegeben und dienen der Kapelle bei der Entscheidungsfindung, mit welchen Stücken man sich der Fachjury stellen wird.

Durch das abwechslungsreiche Programm mit einem breitgefächerten Repertoire führte Steffen Siegert, der die Kapelle auch dirigierte.

Das kurzweilige Konzert wurde eröffnet mit "Another Opening". Begeisternd und virtuos zog das Stück die Zuhörer vom ersten Takt an in seinen Bann.

Die Schwierigkeit des nächsten Stückes - "New York Ouvertüre" - lag darin, dass das Orchester dabei ständig seinen Klang ändern musste: vom sinfonischen zum Kurorchester im Park bis hin zu Sängern einer Kathedrale, einer Jazz-Combo in Harlem, einem Musical-Orchester, um zuletzt wieder als sinfonisches Orchester zu enden.

"... from these ashes ..." war das Resultat eines Auftragsprojektes einer High-School-Band. Die Arbeit bediente sich einer Vielzahl von konventionellen und unkonventionellen musikalischen Mitteln um die Geschichte eines Waldbrandes zu erzählen. Dabei wurden verschiedene Percussioneffekte ebenso zum Besten gegeben wie ein Flötensolo. Die Musiker scharrten mit den Füßen und trugen Motive vor, die in den Noten mit der Anweisung "in irgendeinem Tempo, in irgendeinem Rhythmus und irgendeiner Reihenfolge" beschrieben sind, um so die rasend und hastende wilde Natur zu repräsentieren. Die Melodie ging über auf die hohen Holzblasinstrumente und führte allmählich zum Höhepunkt, wo mächtige Tonbilder das zu Boden stürzen des Holzes im Moment des großen Feuers zeichnen. Wenige Momente später wurde Stille verwendet, um den ruhigen, toten Wald, in Asche zu veranschaulichen. Im Schlussteil wurde davon erzählt, wie der Wald wiedererwacht. Percussion-Effekte und Vogelgezwitscher schlossen sich am Flöten- und Altsaxophonsolo an, um das Erwachen von neuem Leben zu veranschaulichen.

Verschiedene Musikrichtungen

Eine ganz andere Musikrichtung stellte die "New Barock Suite" dar. Der Komponist bediente sich hier der Barockmusik und verarbeitete in drei Sätzen eine Ouvertüre, ein Air und eine Fuge mit neuen Stilmitteln, unter anderem des Jazz und der Popmusik. Nach dem ersten, eröffnenden Satz, fühlten sich die Besucher im zweiten sicherlich an Johann Sebastian Bachs weltbekannte Air aus der 3. Orchestersuite erinnert. Auch der dritte Satz war an Bachs Fugen angelehnt. Ein Thema wurde vorgetragen und im weiteren Verlauf immer wieder neu aufgegriffen und weiterentwickelt.

Das Stück "Atlantic Avenue" erinnerte an die heißen Sommernächte und das bunte Treiben an den Stränden der amerikanischen Ostküste mit den Klängen der Bars und Bands. "Atlantic Avenue" erweckte den funkigen Rocksound dieser Ostküsten-Strandmusik der 1960er und 1970er Jahre. Mit Elementen aus Doo-Wop, Soul und Swing vermittelte dieses Werk die tolle Atmosphäre von Strand und Sonnenschein.

Zum Ende der Serenade ging es nochmals in die USA, in den Bundesstaat Oregon. Geografisch grenzt dieser Bundestaat an den Pazifik und liegt direkt über Kalifornien. In dieser Fantasie des holländischen Komponisten Jacob de Haan, nahm die Kapelle das Publikum auf eine Reise mit. Gereist wurde mit der Northern Pacific Railroad, also einem Zug. Auf der Fahrt war die weite Landschaft und die vielen Wälder Oregons zu genießen. Während der Zugreise durfte ein Nickerchen nicht fehlen und das Schwelgen in der Vergangenheit: Dann führte die musikalische Reise in den Wilden Westen mit seinen Indianern Cowboys, Goldgräbern und auch Siedlern mit ihren Planwagen. Nach diesem rasanten Traum am Ziel angekommen breitete sich der Pazifische Ozean aus. Das Stück zeichnete sich durch viele Takt- und Tempowechsel aus und war daher wie gemacht für das Wertungsspiel.

Abschließend dankte die Kapelle dem Schlossherrn, Baron Louis Ferdinand von Adelsheim, für die Bereitstellung des Schlosshofes. Natürlich ließ das begeisterte Publikum die Kapelle nicht ohne Zugabe ("Take on me" von A-ha) von der Bühne gehen.

Der Musikfest-Samstag stand im Zeichen der Vereine. Zur Unterhaltung spielten die Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach und das "Blechgeflüster", eine Formation der Stadtkapelle Adelsheim. Der Sonntag begann mit einem Festgottesdienst mit Pfarrerin Angelika Bless und Pfarrer Kurt Wolf. Musikalisch weiter ging es mit dem Musikverein Ballenberg, der Jugendkapelle Adelsheim und dem Musikverein. Abgerundet wurde das Fest durch ein großes kulinarisches Angebot sowie eine Mal- und Bastelecke für die Kleinen. jüh